Brandstiftung in St. Georgen

Serienbrandstifter könnte schon bald wieder frei sein

ST. GEORGEN/GUSEN/LINZ. Der zu vier Jahren Haft und Einweisung in eine Sonderanstalt verurteilte St. Georgener Serienbrandstifter Michael B. (18) könnte schon bald wieder ein freier Mann sein: Denn B. hat bereits die Hälfte seiner Haft abgesessen.

Im Jänner 2000 war der damals 16-jährige Jungfeuerwehrmann Michael B. als der lang gesuchte Feuerteufel von St. Georgen an der Gusen ausgeforscht und verhaftet worden. Das ein Jahr später von einem Linzer Jugendschöffensenat wegen Brandlegung in 13 Fällen sowie Nötigung, Körperverletzung und Vergewaltigung verhängte Urteil von vier Jahren Freiheitsstrafe und Einweisung in eine Anstalt ist mittlerweile rechtskräftig.

Da sich f√ľr Strafgefangene bei guter F√ľhrung bekanntlich aber schon nach der H√§lfte der abgesessenen Zeit die Gef√§ngnistore √∂ffnen k√∂nnen und der Rest bedingt ausgesetzt wird, k√∂nnte auch Michael B., der samt U-Haft bereits seit mehr als zwei Jahren hinter Gittern sitzt, schon bald wieder ein freier Mann sein.

Sein Anwalt Kurt Lichtl aus Linz ist da nicht so optimistisch: “Wir sind gerade in der Entscheidungsfindung, in welche therapeutische Anstalt mein Mandant eingewiesen wird – Josefstadt oder Mittersteig.” Solange B. nicht f√ľr gesund erachtet wird, werde er auch nicht in die Freiheit entlassen, versichert der Verteidiger. Er will aber nicht ausschlie√üen, dass der 18-J√§hrige noch heuer entlassen wird.

Seine Probleme wird Michael B. aber auch in Freiheit nicht so schnell los sein. “Seine Familie steht zwar voll hinter ihm”, so Lichtl, “aber leicht wird es f√ľr ihn nicht werden, wieder Fu√ü zu fassen. Und ob das in St. Georgen gehen wird, ist die Frage.”

Dazu kommt, dass B. bei der Versicherung wegen des Brandschadens fast 1,5 Millionen Euro Schulden hat. “Da er aber nie Verm√∂gen haben wird und nicht unter die Pf√§ndungsgrenze von 900 bis 1000 Euro gepf√§ndet werden darf, wird auch die Versicherung bald einsehen m√ľssen, dass bei ihm nichts zu holen ist”, sagt Lichtl.

VON MARTIN ROHRHOFER

zum Seitenanfang


Brandstifter: Anwalt plant Beschwerde

LINZ/WIEN. Im Fall des St. Georgener Serienbrandstifters Michael B. setzte der Oberste Gerichtshof zwar den Strafrahmen herab, aber nicht die Strafe selbst.

Zu vier Jahren Freiheitsstrafe war der 17-J√§hrige im J√§nner dieses Jahres von einem Linzer Jugendsch√∂ffensenat verurteilt worden, der schwer pers√∂nlichkeitsgest√∂rte Bursch wurde in eine Sonderanstalt eingewiesen. Das Gericht war dabei von einem um die H√§lfte erh√∂hten Strafrahmen (von f√ľnf auf siebeneinhalb Jahre) ausgegangen, weil der Angeklagte durch seine Taten “viele Menschen in Not versetzt” h√§tte.

Michaels Anwalt Kurt Lichtl hatte gegen diese versch√§rfende Qualifikation Nichtigkeitsbeschwerde erhoben und damit beim Obersten Gerichtshof auch Recht bekommen: Die h√∂here Strafdrohung sei nicht gerechtfertigt, befanden die H√∂chstrichter, denn “viele Menschen in Not” h√§tte nach dem Willen des Gesetzgebers eine noch gr√∂√üere Anzahl von Betroffenen und noch √§rgere Folgen wie etwa Obdachlosigkeit vorausgesetzt. Daher bleibe es beim Strafrahmen von f√ľnf Jahren. Aber auch unter dieser Voraussetzung seien die vier Jahre Strafe f√ľr Michael B. gerechtfertigt, angesichts der Zahl der Brandstiftungen und der Vergewaltigung eines Mith√§ftlings.

Anwalt Lichtl sieht damit das vom Erstgericht gemeinte Verh√§ltnis von H√∂chststrafe und tats√§chlicher Strafh√∂he -etwas mehr als die H√§lfte -aus dem Gef√ľge geraten. Er ist der Meinung, dass in Relation zum Strafrahmen auch die Strafe herabgesetzt geh√∂rt h√§tte, und √ľberlegt eine Beschwerde vor der Menschenrechtskommission in Stra√üburg. (hak)

O√ĖN Hauptausgabe vom 12.11.2001 – Seite 015

zum Seitenanfang


St. Georgen/Gusen:
Berufung gegen Brandstifter-Urteil

W√§hrend in St. Georgen das vergangenen Woche gef√§llte Urteil im Brandstifter Prozess ‚Äď vier Jahre Haft in einer Anstalt f√ľr abnorme Rechtsbrecher ‚Äď durchwegs als zu mild kritisiert wird, legte nun der Anwalt des Beschuldigten, Dr. Kurt Lichtl, Berufung ein. Seiner Meinung nach habe das Gericht bei der Beurteilung des Strafrahmens f√ľr die Brandstiftungen einen Fehler gemacht: Das Urteil wurde aufgrund der Annahme gef√§llt, dass der 17-j√§hrige mit seinen Brandstiftungen “viele Menschen in Not versetzt” habe. Dieser Strafgesetz Paragraph trifft nach Meinung Lichtls im vorliegenden Fall aber nicht zu. Damit reduziere sich der H√∂chststrafrahmen von 15 auf zehn Jahre, was somit auch dem gef√§llten Urteil die Grundlage entziehe. Bis zur neuen Entscheidung , etwa in einem halben Jahr, verbleibt der Angeklagte in Untersuchungshaft.

Der Perger 24.01.2001

zum Seitenanfang


Anwalt des Brandstifters beruft gegen das Urteil

Linz/St. Georgen. Vier Jahre Haft und Einweisung in eine Anstalt f√ľr abnorme Rechtsbrecher lautet das Urteil gegen den 17-j√§hrigen Brandstifter von St. Georgen. F√ľr seinen Anwalt ist die Strafe zu hoch. Er beruft gegen den Richterspruch.

Nach Bekanntgabe des Urteils am vergangenen Montag hatte sich Kurt Lichtl, der Anwalt von Michael B., Bedenkzeit erbeten. Jetzt meldete er Berufung und Nichtigkeitsbeschwerde beim Obersten Gerichtshof dagegen an. Das Urteil ist damit vorerst nicht rechtskr√§ftig. Lichtls Begr√ľndung: “Keines der vorgeworfenen Delikte ist v√∂llig klar zu qualifizieren.” Der Jugendsch√∂ffensenat des Landesgerichtes Linz habe die Straftaten aus seiner Sicht nicht richtig beurteilt.

Michael B. waren neben der Brandlegung in dreizehn Fällen auch Nötigung, Körperverletzung und Vergewaltigung zur Last gelegt worden. Die Brände verursachten einen Gesamtschaden von rund 20 Millionen Schilling.

Was den Tatbestand der Brandstiftung betrifft, glaubt der Anwalt, dass ein zu hoher Strafrahmen zugrunde gelegt wurde. Laut Strafgesetzbuch gelte f√ľr Jugendliche eine H√∂chststrafe von siebeneinhalb Jahren, wenn durch die Br√§nde eine un√ľberschubare Menge von Menschen in eine besondere Notlage versetzt worden sei. “Das war so nicht in allen Brandf√§llen gegeben”, meint Lichtl. Deshalb d√ľrfte die H√∂chststrafe nur f√ľnf Jahre betragen, wodurch sich auch das konkrete Strafausma√ü f√ľr seinen Mandanten reduzieren m√ľsse.

Bis zu einer neuen Entscheidung wird mindestens ein halbes Jahr vergehen. Michael B. bleibt bis dahin in Untersuchungshaft.

O√ĖN 20.01.2001

zum Seitenanfang


Der “Feuerteufel” beruft gegen Urteil!
Verteidiger h√§lt Strafma√ü f√ľr zu hoch

Vier Jahre Haft, Einweisung in eine Anstalt f√ľr geistig abnorme Rechtsbrecher – so lautet der Schuldspruch f√ľr Michael B. (17) aus St. Georgen an der Gusen. Seine Opfer empfinden dieses Urteil als mild, sein Anwalt ist anderer Meinung: Der Verteidiger zieht nun vor den Obersten Gerichtshof.

Konkret st√∂rt Verteidiger Dr. Kurt Lichtl, dass bei der Strafbemessung eine besondere Form der Brandstiftung beurteilt wurde. Das Sch√∂ffengericht ging davon aus, dass Michael B. mit seinen Taten “viele Menschen in Not versetzt” habe. Dadurch wurde der Strafrahmen von zehn Jahren (f√ľr Erwachsene) auf 15 Jahre Haft ausgedehnt.

Anwalt Lichtl: “Ich bin anderer Ansicht. Laut Strafgesetzbuch gilt dieser Zusatz-Paragraph nur, wenn die Opfer neben der Zerst√∂rung des Eigentums auch einer l√§nger dauernden, intensiven Notlage ausgesetzt wurden. Das war nicht der Fall.”

Die Opfer des Feuerteufels werden wohl kaum Verst√§ndnis f√ľr diese Denkweise aufbringen k√∂nnen. Immerhin war die 3700-Einwohner-Gemeinde eine Woche lang der bestbewachte Ort √Ėsterreichs, mehr als 100 Gendarmen patrouillierten in St. Georgen. Bei 13 Br√§nden waren st√§ndig Menschen in Gefahr. Lichtl: “Es war nat√ľrlich eine schreckliche, strafbare Handlung – aber es ist mein Beruf, die M√∂glichkeiten auszusch√∂pfen.”

2001-01-20 by “NEUE KRONEN ZEITUNG”
[2001-01-20,O√Ė, CH. GANTNER,GERICHT Kronenzeitung]

zum Seitenanfang


Mutma√ülicher Brandstifter aus dem M√ľhlviertel geht in die Berufung

Linz (APA) Nichtigkeit und Berufung meldet jetzt jener 17-j√§hrige Lehrling und Jungfeuerwehrmann an, der in der Nacht zum vergangenen Dienstag von einem Jugendsch√∂ffensenat des Landesgerichtes Linz wegen Brandstiftung sowie N√∂tigung, K√∂rperverletzung und Vergewaltigung zu vier Jahren unbedingte Haft verurteilt und in eine Anstalt f√ľr abnorme Rechtsbrecher eingewiesen worden war. Kurt Lichtl, der Anwalt des 17-j√§hrigen, gab die Rechtsmittelentscheidung am Freitag auf anfrage der APA bekannt.

Der Lehrling hatte in St. Georgen an der Gusen ende 1999 und Anfang des vergangenen Jahres 13 Br√§nde mit einer Gesamtschadensumme von rund 20 Millionen Schilling gelegt. Ein Motiv konnte er nie nennen, m√∂glicherweise waren psychische Probleme der Ausl√∂ser. Der Gerichtsgutachter sprach von einer “eingeschr√§nkten Dispositionsf√§higkeit”, verbunden mit einer “geistig und seelischen h√∂her gradigen Abnormit√§t”.

APA Gericht/Oberösterreich, 19.01.2001

zum Seitenanfang


Brandstifter hat “viele Menschen in Not versetzt”: Vier Jahre und Einweisung

LINZ/ST. GEORGEN. “Ich denke mir, es ist gut, dass es vor√ľber ist”, fasste ein Ortsbewohner gestern die Meinung vieler zum vorl√§ufigen Schlussstrich unter den Prozess zur Brandserie zusammen.

Kurz vor Mitternacht war am Montag das Urteil verk√ľndet worden: Vier Jahre Freiheitsstrafe und Einweisung in eine Anstalt f√ľr geistig abnorme Rechtsbrecher f√ľr den 17-j√§hrigen Michael B., der von Oktober 1999 bis J√§nner 2000″ einen ganzen Landstrich in angst und Schrecken versetzt hatte”, so Staatsanw√§ltin Brigitte Loderbauer zu Beginn des Prozesses.

Br√§nde mit einem Schaden von 20 Millionen Schilling, Diebst√§hle und die Vergewaltigung eines Mith√§ftlings lagen dem Burschen zur Last. Das Sch√∂ffengericht (Vorsitz Beatrix Ziegler-Ranetbauer war von einem um die H√§lfte erh√∂hten Strafrahmen ausgegangen, weil durch die Br√§nde “viele Menschen in Not versetzt wurden”, die H√∂chststrafe f√ľr Jugendliche betr√§gt in diesem Fall siebeneinhalb Jahre. Vier Stunden hatte die Urteilsberatung gedauert.

Von den psychiatrischen Sachverst√§ndigen wurde Michael B. als schwer pers√∂nlichkeitsgest√∂rt und gef√§hrlich eingestuft, das zeige sich auch an der kriminellen Entwicklung noch nach den Brandstiftungen, vor allem an den massiven k√∂rperlichen Attacken und Dem√ľtigungen gegen√ľber einem j√ľngeren Zellengenossen. Michael B. ist zwar zurechnugsf√§hig, aber hochgradig abnorm. “ich w√ľnsche mir, dass er in der Sonderanstalt die Hilfe bekommt, die er dringend braucht, weil aus dem normalen Strafvollzug kommt keiner gescheiter heraus”, so der eingangs zitierte philosophische Bewohner. “Mir tut die Mutter leid”

Wenn ansonsten bei Betroffenen noch dumpfe Wut und Verbitterung prodeln, dann nicht wegen der Brände, sondern wegen der Umstände der Tätersuche: falsche Verdchtigungen, Druck, ignorierte Hinweise haben tiefe Gräben aufgerissen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig: Verteidiger Kurt Lichtl wollte Bedenkzeit.

O√Ė Nachrichten, 19.01.2001

zum Seitenanfang


Berufung im Brandstifterprozess
ZU HOHE STRAFE: Berufung

Der Anwalt des 17-jährgen Burschen, der in St. Georgen und Umgebung (Bezirk Perg) wegen 13 Brandlegungen zu vier Jahren Haft verurteilt worden ist, beruft gegen das Urteil.

Als Begr√ľndung sagt Anwalt Kurz Lichtl, dass bei mehreren Delikten die Rechtslage falsch beurteilt worden sei, was den Strafrahmen um zweieinhalb Jahre erh√∂ht hat.

Die Entscheidung wird mehrere Monate dauern, bis dahin bleibt der Bursche in Untersuchungshaft.

ORF ON OBER√ĖSTERREICH, 19.01.2001

zum Seitenanfang


Vier Jahre Haft f√ľr den Brandstifter von St. Georgen

St. Georgen/Gusen. Vier Jahre unbedingte Haft und Einweisung in eine Anstalt f√ľr geistig abnorme Rechtsbrecher. Das ist das noch nicht rechtskr√§ftige Urteil im Prozess um den 17-j√§hrigen Brandstifter.

Schuldig: 17-j√§hriger kommt in Anstalt f√ľr geistig abnorme Rechtsbrecher.

Fast genau ein Jahr nach seiner Festnahme am 11. J√§nner 2000 musste sich der 17-j√§hrige Bursch am 15. J√§nner 2001 vorm Linzer Landesgericht verantworten. Bis in die Nachtstunden hat vergangenen Montag der Prozess um den Brandstifter von St. Georgen/Gusen gedauert. Wieder ‚Äď wie schon beim ersten Prozesstag im November ‚Äď wurde die √Ėffentlichkeit ausgeschlossen.

Bedenkzeit erbeten

Schuldig, vier Jahre unbedingte Haft und Einweisung in eine Anstalt f√ľr geistig abnorme Rechtsbrecher. So lautet das Urteil. Der junge Wirtssohn aus St. Georgen war angeklagt, in der Gemeinde St. Georgen und den Nachbargemeinden 1999 und Anfang 2000 insgesamt 13 Br√§nde gelegt zu haben. Ein Schaden von insgesamt 20 Millionen Schilling gehen auf sein Konto. Der angeklagte nahm sich nach Urteilsspruch am Montag drei tage Bedenkzeit, das Urteil war damit zu Redaktionsschluss noch nicht rechtskr√§ftig.

Anwalt Dr. Kurz Lichtl erreichte, dass die √Ėffentlichkeit ausgeschlossen wurde. Grund daf√ľr waren sexuelle √úbergriffe auf einen Mith√§ftling in der Untersuchungshaft. Der Angeklagt hatte einen Zellengenossen massiv attackiert, terrorisiert und sexuell missbraucht. Der 17-j√§hrige wurde neben 13-facher Brandstiftung auch wegen N√∂tigung, K√∂rperverletzung und Vergewaltigung verurteilt. Er gab zu, es sei ihm darum gegangen, den Mith√§ftling “zu dem√ľtigen”.

Die wiederholten Brandstiftungen, die H√∂he des entstandenen Schadens und die weiteren Straftaten in der U-Haft hat das Gericht bei der Urteilsfindung als erschwerend gewertet. Die fr√ľhere Unbescholtenheit und die Gest√§ndigkeit im Vorfeld sowie eine “eingeschr√§nkte Dispositionsf√§higkeit” verbunden mit “geistig und seelisch h√∂her gradiger Abnormit√§t” galten als mildernde Umst√§nde.

Nie Motiv genannt

Zwei psychiatrische Sachverst√§ndige haben f√ľr den Prozess Gutachten erstellt. Der Jugendliche selbst konnte nie ein Motiv nennen, m√∂glicherweise waren aber psychische Probleme der Ausl√∂ser f√ľr die Straftaten. Der angeklagte nahm den Schuldspruch und die Strafe ohne erkennbare Emotionen entgegen, er gab ‚Äď ehe er abgef√ľhrt wurde ‚Äď seiner im Gerichtssaal anwesenden Mutter noch einen Kuss auf die Wange und sagte leise “Auf Wiedersehen”.

“Ich halte das Urteil f√ľr rechtlich unrichtig”

Nicht gl√ľcklich ist Anwalt Dr. Kurt Lichtl mit dem Urteil im Brandstifter-Prozess.

INTERVIEW Dr. Kurt Lichtl, Rechtsanwalt

Vier Jahre unbedingte Haft in einer Anstalt f√ľr geistig abnorme Rechtsbrecher: Was sagen Sie als Anwalt zum Urteil?

(Lichtl): Ich halte das Urteil f√ľr rechtlich unrichtig, die Qualifikation ist falsch: Das Gericht hat angenommen, dass durch die Brandstiftungen eine gro√üe Anzahl von Menschen in Not geraten ist. Das ist aber nicht richtig, die Grenze wurde falsch gezogen. Die Strafe m√ľsste sich also reduzieren.

Wird es eine Therapie geben?

(Lichtl): Der Therapieaspekt ist mir sehr wichtig. Eine Behandlungsbed√ľrftigkeit ist gegeben. Mein Mandant befindet sich in einer Entwicklungskrise von der Pubert√§t zum Erwachsensein. Das l√§sst sich behandeln. Er wird nach der Untersuchungshaft in eine therapeutische Anstalt kommen.

Wie geht es ihrem Mandanten? Wie hat er das Urteil aufgenommen?

(Lichtl): Er hat es relativ gefasst aufgenommen. Eine umfassende Erkenntnis braucht nat√ľrlich Zeit.

Werden Sie weitere Schritte setzen?

(Lichtl): Mein Mandant hat sich Bedenkzeit erbeten. In den nächsten Tagen (Anm. d. Red.: bis heute Donnerstag) wird sich das entscheiden.

Perger Rundschau, 18.01.2001

zum Seitenanfang


Jener 17-jährige, der einen ganzen Ort in Angst und Schrecken versetzt haben soll, steht vor Richter
“Feuerteufel” genoss seinen Auftritt!

Er grinst breit, er macht Witze mit den Justizwachebeamten, er genie√üt sichtlich das Scheinwerferlicht der TV-Kameras ‚Äď Michael B., der 17-j√§hrige “Feuerteufel” von St. Georgen an der Gusen (O√Ė). Der Prozess in Linz fand hinter verschlossenen T√ľren statt. Das hat er seinem Anwalt zu verdanken…

Die Mutter sitzt √§ngstlich hinter ihrem Sohn. Vorsichtig streicht sie ihm √ľber die Schulter, nutzt einen ruhigen Moment f√ľr ein paar aufmunternde Worte. doch Michael hat wenig Zeit f√ľr seine Mutter. Er ist heute der “Star”. Ihm scheint nicht bewusst zu sein, dass er sein junges Leben fast schon verpfuscht hat.

Laut der Anklage von Staatsanwältin Brigitte Loderbauer habe der 17-jährige mit 13 Brandlegungen in seiner Heimatgemeinde 20 Millionen Schilling Schaden angerichtet. Abgesehen von der Angst, mit der die Georgener leben mussten.

In der Jugendanstalt Linz-Wegscheid wurde Michael erneut straff√§llig: Er soll bei einem Einbruch Schmiere gestanden haben. Au√üerdem soll das Milchgesicht mit einem Zellengenossen einen Mith√§ftling sexuell bel√§stigt haben ‚Äď das gab Verteidiger Kurt Lichtl die Chance, beim Prozess den Ausschluss der √Ėffentlichkeit zu fordern.

Einige der Opfer schlossen sich dem Verfahren als Privatbeteiligte an. Und durchften deshalb im Gerichtssaal anwesend sein. Unter ihnen befand sich auch das Ehepaar, in dessen bildh√ľbsche Tochter Michael B. verliebt war. Die Eltern jenes M√§dchens, das der junge Feuerwehrmann voller Mitleid tr√∂stete, als der geheimnisvolle “Feuerteufel” den Stadel der Familie in Schutt und Asche gelegt hatte…

Das Urteil stand bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch aus.

Kronen Zeitung, 16.01.2001

zum Seitenanfang


Prozess hinter verschlossenen T√ľren
Brandserie in St. Georgen/O√Ė: Bewohner warten gespannt auf Urteil f√ľr jungen Feuerwehrmann

LINZ. Gespannt warten am Montag viele Bewohner der 3.677-Seelen-Gemeinde St. Georgen an der Gusen im M√ľhlviertel vor dem Radio auf das Urteil eines Linzer Jugendsch√∂ffengerichtes gegen einen 17-j√§hrigen Angeklagten.

Der Sohn einer angesehenen Wirtsfamilie hatte monatelang die Gemeindeb√ľrger in angst und Schrecken versetzt. Staatsanw√§ltin Brigitte Loderbauer warf ihm Brandstiftung sowie Einbruch und sexuelle N√∂tigung vor. Der Jungfeuerwehrmann soll zwischen Oktober 1999 und J√§nner 2000 insgesamt 13 Br√§nde an landwirtschaftlichen Geb√§uden mit einer Schadenssumme von 20 Mill. S gelegt haben. Psychische Probleme d√ľrften eine rolle gespielt haben.

“Ausschluss der √Ėffentlichkeit” hie√ü es auch am Montag bei der Fortsetzung des Prozesses. Der offizielle Grund: Ein in der Untersuchungshaft begangenes Sittlichkeitsdelikt des Lehrlings sollte nicht vor versammeltem Publikum er√∂rtert werden, beantragte sein Verteidiger Kurt Lichtl. Noch w√§hrend der ungekl√§rten Brandserie hatte der Bursch in Feuerwehruniform das Scheinwerferlicht der Fernsehkameras gesucht und bereitwillig seine Thesen zum Thema “Feuerteufel von St. Georgen” abgegeben. “Die Leute haben gro√ües Interesse, das Urteil zu erfahren”, sagte Amtsleiter Roland Voggenberger aus St. Georgen. Und Feuerwehrkommandant Erhard Wansch meinte: “Die Sache hat damals immenses mediales Echo ausgel√∂st. Jetzt w√ľnscht die Bev√∂lkerung, besser mit Informationen versorgt zu werden. “Wansch kritisiert die zuletzt milden Strafen f√ľr einige Z√ľndler. “Brandstiftung ist kein Kavaliersdelikt. F√ľr Brandstifter darf es bei der Feuerwehr keinen Platz geben. Wir sind dazu da, Br√§nde zu bek√§mpfen und nicht selbst zu legen”, betonte der Feuerwehrkommandant.

Bis zuletzt stand sogar in Frage, ob die Urteilsverk√ľndung √∂ffentlich sein werde. Der Linzer Gerichtssprecher Karl Makovsky betonte, diese Entscheidung obliege in Jugendverfahren dem zust√§ndigen Senat. ” Ich kann mir das nicht vorstellen. Eine Geheimhaltung des Strafausma√ües w√§re den meisten Leuten in Ober√∂sterreich ein Problem”, so Wansch. Ein Urteil wurde f√ľr den sp√§ten Abend erwartet.

Salzburger Nachrichten, 16.01.2001

zum Seitenanfang


Brandstifterprozess: Noch Zeugen und Psychiater

LINZ. Hinter verschlossener T√ľr geht am Montag der Prozess gegen den 17-j√§hrigen Michael B. weiter, dem die Brandserie in St. Georgen a.d. Gusen zur Last gelegt wird. Au√üer weiteren Zeugen werden diesmal auch die Sachverst√§ndigen zu Wort kommen, unter ihnen der Vorarlberger Psychiater Reinhard Haller, der u. a. in den Prozessen gegen die Serient√§ter Jack Unterweger und Franz Fuchs Gutachten geliefert hat.

Die Schadenssumme bei zehn Br√§nden zwischen Oktober 1999 und J√§nner 2000 bel√§uft sich auf rund 20 Millionen Schilling. Der damals 16-J√§hrige hatte sich als √ľbertrieben eifriger Jungfeuerwehrmann verd√§chtig gemacht, letzter Tatort war schlie√ülich das eigene Haus gewesen.

Den Ausschluss der √Ėffentlichkeit hatte das Gericht bereits am ersten Prozesstag im November verf√ľgt, weil die Anklage zu den Brandstiftungen und Diebst√§hlen noch um einen heiklen Verdacht ‚Äď Sexualdelikt an einem Mith√§ftling ‚Äď erweitert worden war. M√∂glicherweise wird wenigstens das Urteil √∂ffentlich verk√ľndet.

Vorsitzende ist Richterin Beatrix Ziegler-Ranetbauer, die Anklage vertritt Staatsanwältin Brigitte Loderbauer, verteidigt wird Michael B. vom Linzer Anwalt Kurt Lichtl.

(hak)
O√ĖN 11.1.2001

zum Seitenanfang


17-J√§hriger “hat einen ganzen Landstrich in Angst versetzt”

LINZ/ST. GEORGEN. Im Mittelpunkt zu stehen hatte der 17-j√§hrige Michael B. in seiner Rolle als “Feuerteufel” genossen. Gestern blieb ihm diese Aufmerksamkeit versagt: Der Prozess findet unter Ausschluss der √Ėffentlichkeit statt.

Die gro√üe Brandserie in St. Georgen a. d. Gusen hatte sich von Oktober 1999 bis J√§nner dieses Jahres hingezogen, in der Voruntersuchung hatte der damals 16-J√§hrige zehn “gelungene” und zwei versuchte Brandstiftungen zugegeben. Als der ganze Ort zuletzt schon l√ľckenlos √ľberwacht worden war, hatte Michael nur noch unter dem eigenen Dach, im Gasthaus der Mutter, Feuer legen k√∂nnen und sich damit preisgegeben.

Michael war ein √ľberaus eifriger Feuerwehrmann, wiederholt der Erste im Zeughaus und bei den Eins√§tzen oft waghalsig vorneweg. Schon nach den ersten drei Br√§nden war er einigen Kameraden schwer verd√§chtig erschienen, wenn er etwa ungefragt verk√ľndete: “Ich hab’ ein Alibi!” Aber der Ort und selbst die Feuerwehr teilte sich in Leute, die ihre Beobachtungen und Vermutungen offen √§u√üerten, und solche, die damals f√ľr den Burschen “die Hand ins Feuer gelegt” h√§tten, und so ging es etliche Br√§nde weiter.

Die Brandsch√§den werden mit rund 20 Millionen Schilling beziffert, mehrere Versicherungen hatten gestern Vertreter zum Prozess entsandt, um Regressanspr√ľche anzumelden. Ansonsten f√ľllen zu Beginn au√üer Fotografen und einer Schulklasse auch einige Bewohner von St. Georgen und Ermittler den Gerichtssaal. Michaels Mutter wird von Begleitern getr√∂stet, sie h√§lt zu dem Buben.

Michael, verteidigt von Anwalt Kurt Lichtl, ist seit der Aufdeckung der Brandserie schon zum dritten Mal in Haft, weil er zwischendurch immer wieder etwas ausgefressen haben soll.

Staatsanw√§ltin Brigitte Loderbauer spricht sich daf√ľr aus, die √Ėffentlichkeit zumindest bei der Er√∂rterung der Brandfakten zuh√∂ren zu lassen, schlie√ülich h√§tte der Angeklagte geraume Zeit hindurch “einen ganzen Landstrich in Angst versetzt”. Als sich schlie√ülich herausstellt, dass im Anklagevortrag auch ein -√äneu hinzugekommenes – Sexualdelikt einflie√üen soll, ein Vorfall mit Mith√§ftlingen, gibt das Sch√∂ffengericht (Vorsitzende Richterin Beatrix Ziegler-Ranetbauer) aber doch dem Antrag der Verteidigung statt, die √Ėffentlichkeit gleich zu Beginn auszuschlie√üen. Nach dem Jugendgerichtsgesetz ist dies im Interesse von jugendlichen Angeklagten unter bestimmten Voraussetzungen m√∂glich.

Vom Gericht wurden zwei Psychiater beigezogen, unter ihnen Serientäter-Spezialist Reinhard Haller. Nächster Verhandlungstag ist der 27. November.

VON MARTHA HAKAMI
O√ĖN Hauptausgabe vom 21.11.2000 – Seite 013

zum Seitenanfang


Titel: Prozess um Brandstiftungen hinter verschlossenen T√ľren
17-J√§hriger soll St. Georgen/Gusen in O√Ė terrorisiert haben / R√§tsel um weiteren Vorwurf

Ein Raunen geht durch den √ľberf√ľllten Gerichtssaal, als der 17-j√§hrige Michael B. von einem Justizbeamten hereingef√ľhrt wird. Ein kurzer Blickkontakt mit der Mutter, dann senkt der Jugendliche den Kopf und streckt dem W√§chter artig die Arme entgegen, um von den Handschellen befreit zu werden.

Dann kauert er auf einem zur Anklagebank umfunktionierten Sessel: Blass im Gesicht und mit der K√∂rpersprache eines Sch√ľlers vor der Zeugnisverteilung.

F√ľr Staatsanw√§ltin Brigitte Loderbauer ist Michael B. “nicht unbedingt” ein braver Jugendlicher. Monatelang soll der Lehrling die Bewohner seines Heimatortes Sankt Georgen an der Gusen in O√Ė mit Brandstiftungen in Atem gehalten haben.

Laut Anklage hatte der Bursch 13-mal Feuer gelegt. Dabei entstand Millionenschaden, zwei Menschen wurden leicht verletzt.

Im J√§nner dieses Jahres gelang es einem Gro√üaufgebot der Gendarmerie, den 17-J√§hrigen als mutma√ülichen T√§ter auszuforschen. Der bisher unbescholtene Jungfeuerwehrmann hat die Taten auch gestanden. Ein Motiv konnte er nicht nennen. Vermutlich d√ľrften psychische Probleme Ausl√∂ser gewesen sein.

Eigentlich h√§tte Michael B. am Montag den Gerichtssaal als freier Mann betreten k√∂nnen. Dass B. aus der U-Haft vorgef√ľhrt wurde, hatte offenbar mehrere Gr√ľnde.

Im Sommer soll B. bei einem kleinen Einbruchsdelikt den Aufpasser gespielt haben. Dann gab es noch eine andere Sache, deren Details den Zuhörern verborgen blieben. Sie mussten nach einer halben Stunde den Gerichtssaal verlassen.

Anwalt Kurt Lichtl beantragte den Ausschluss der √Ėffentlichkeit und fand Geh√∂r bei Richterin Beatrix Ziegler-Ranetbauer. Grund: Die Anklage wurde in der Zwischenzeit auf ein angebliches Delikt aus dem Sittlichkeitsbereich ausgedehnt.

“Au√üerdem ist der Beschuldigte psychisch derart belastet, dass er vor Zuh√∂rern gewisse Dinge nicht aussagen w√ľrde”, meint Lichtl. Zum Prozess, der kommenden Montag fortgesetzt wird, sind auch drei Gutachter geladen. Wann es zu einem Urteil kommt, ist unklar.

von Ullrich Kapl
Kurier 21.11.2000

zum Seitenanfang


Keine √Ėffentlichkeit beim Brandleger-Prozess

LINZ ‚Äď Ein restlos √ľberf√ľllter Verhandlungssaal, Blitzlichtgewitter der Fotografen, unz√§hlige Sachverst√§ndige ‚Äď und dazwischen ein blasser Jugendlicher in Handschellen, der aus der Untersuchungshaft vorgef√ľhrt wird. Dieses Bild bot sich gestern im Landesgericht Linz zu Beginn des Prozesses gegen jenen 17-J√§hrigen, dem vorgeworfen wird, in St. Georgen/Gusen 13 Br√§nde gelegt zu haben. Dann die √úberraschung: Aufgrund eines angeblichen Sittlichkeitsdeliktes wurde der Prozess unter Ausschluss der √Ėffentlichkeit fortgesetzt.

Kurt Lichtl, der Verteidiger des mutma√ülichen Brandstifters, verlangte den Ausschluss der √Ėffentlichkeit noch vor Beginn des Vortrags der Anklage. Es gehe darin um Er√∂rterungen des pers√∂nlichen Lebensbereiches des Angeklagten, dieser w√ľrde durch die √∂ffentliche Verhandlung Schaden nehmen, im Besonderen was sein sp√§teres Fortkommen betrifft, argumentierte der Verteidiger. Das Gericht beschloss vorerst, die Anklage bez√ľglich der Brandlegung trotzdem √∂ffentlich vortragen zu lassen. Da inzwischen aber eine Ausdehnung der Anklage auf bisher in der √Ėffentlichkeit nicht bekannte angebliche Vorkommnisse aus dem Sittlichkeitsbereich erfolgte, entschied das Gericht, den Ausschluss sofort und noch vor dem Vortrag der Anklage zu verf√ľgen. Der Prozess wird voraussichtlich am kommenden Montag forgesetzt.

Die Serie von Brandstiftungen hatte im Oktober vergangenen Jahres begonnen, in der Folge schlug der Lehrling insgesamt 13 mal zu. Verletzt wurde zum Gl√ľck niemand, der Sachschaden betr√§gt allerdings an die 20 Millionen Schilling. Vor allem aber war die Bev√∂lkerung im Raum St. Georgen wochenlang in Angst und Schrecken versetzt worden. Im J√§nner des heurigen Jahres schlie√ülich gelang es, den 17-j√§hrigen Lehrling als mutma√ülichen Brandstifter auszuforschen.

Neues Volksblatt, Dienstag 21. 11. 2000:

zum Seitenanfang


Brandserie vor Gericht

LINZ/ST.GEORGEN/GUSEN. Am Montag beginnt in Linz der Prozess gegen den 17-j√§hrigen Lehrling aus St. Georgen an der Gusen, der f√ľr 13 Br√§nde verantwortlich sein soll. Verteidiger Kurt Lichtl vermutet psychische Gr√ľnde und will die √Ėffentlichkeit vom Prozess ausschlie√üen.

O√ĖN Hauptausgabe vom 16.11.2000 – Seite 021

zum Seitenanfang


Ab Montag Prozess um 13 Brände in St. Georgen an der Gusen
Krankhaftes Geltungsbed√ľrfnis als Motiv des “Feuerteufels”?

Warum legte ein 17-J√§hriger in vier Monaten nicht weniger als 143 Br√§nde? Das wird in dem am Montag beginnenden Prozess gegen den “Feuerteufel” von St. Georgen an der Gusen (O√Ė) die Kernfrage sein. Ein psychiatrischer Gutachter glaubt es herausgefunden zu haben: Das krankhafte Geltungsbed√ľrfnis des Jugendlichen.

Von Oktober 1999 bis J√§nner 2000 hatte der Lehrling die M√ľhlviertler Gemeinde in Atem gehalten: Unter anderem gingen eine Scheune, ein Holzschuppen und eine Kegelbahn in Flammen auf. Insgesamt entstand ein Schaden von 20 Millionen Schilling. 140 Fahnder jagten den Brandstifter.

Nachdem er zuletzt auch noch im Gasthaus seiner Mutter Feuer gelegt hatte, ging der 17-J√§hrige den Kriminalisten ins Netz. Seither sitzt der Lehrling in Linz in Untersuchungshaft. Ihm drohen jetzt bis zu f√ľnf Jahren Gef√§ngnis. Doch geht es nach dem Willen seines Verteidiger, Dr. Kurt Lichtl, dann soll sein Mandant den Gerichtssaal als freier Mann verlassen.

Als Basis f√ľr diese √ľberraschende Ansinnen f√ľhrt der Anwalt ein psychiatrisches Gutachten ins Treffen. “Michael ist weder Pyromane noch geistig abnorm, also f√ľr seine Tag voll verantwortlich. Aber er ist psychisch derart stark beeintr√§chtigt, dass er nicht eingesperrt, sondern behandetl geh√∂rt” interpretiert Dr. Lichtl die Expertise.

Die krankhaftes Geltungsbed√ľrfnis als Motiv nennt. Denn der Lehrling war als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr stets einer der Ersten am Brandort. Und konnte damit beweisen, wie intensiv er sich doch f√ľr das Wohl des Heimatortes einsetzt…

von Friedrich Steinbock
Neue Kronen Zeitung, Donnerstag, 16. 11. 2000:

zum Seitenanfang


St. Georgen nach der Brandserie: Risse in der Fassade des Mitgef√ľhls

Der Neubeginn in St. Georgen ist m√ľhsam: Zwischen Brandruinen heilen die inneren Wunden nur langsam.

ST. GEORGEN. Die leeren Fenster eines Traktes der Heindlm√ľhle starren dem Besucher in St. Georgen an der Gusen schon von weitem entgegen. Vor der Brandruine liegen ru√ügeschw√§rzte und verbrannte Holzbalken: ein Symbol f√ľr die Stimmung in dem 3500-Einwohner-Ort in Ober√∂sterreich. Die Gr√§ben verlaufen quer durch die Bev√∂lkerung. Der Mutter des mutma√ülichen 17j√§hrigen Brandstifters zeigt man zwar Mitgef√ľhl und Hilfsbereitschaft. Gleichzeitig aber wird Kritik an ihrer Lebensweise ge√ľbt. Die Frau erhielt viele aggressive Anrufe. Es gibt aber auch viel Neid gegen√ľber den zw√∂lf Opfern der Brandserie. Neider mi√üg√∂nnen ihnen die finanzielle Schadensabgeltung durch die Versicherung.

Wir dachten zun√§chst, der Brandstifter hat etwas gegen uns pers√∂nlich”, erz√§hlt Elfriede Heindl der “Presse”. Das Anwesen der Familie war dreimal Ziel des Brandstifters. Als es sich herausstellte, da√ü der “Feuerteufel” der Sohn einer guten Bekannten war, tat ihr die Frau “furchtbar leid”. Der geheimnisvolle Brandstifter hatte den Ort seit Oktober des Vorjahres in Atem gehalten, indem er insgesamt 13 Br√§nde legte. Der Gesamtschaden wird auf mehr als 20 Millionen Schilling gesch√§tzt. Am 11. J√§nner war der Spuk nach einem Gro√üeinsatz der Exekutive vorbei. Den letzten Brand legte der 17j√§hrige, selbst ein Mitglied der freiwilligen Feuerwehr, im Wirtshaus seiner Mutter. Die Gemeinde bildete schon w√§hrend der Brandserie einen Krisenstab aus Vertretern von Schulen, Gendarmerie, Pfarrgemeinde und Bauern. “Wir begannen sofort nach der Aufkl√§rung der Straftaten mit einer psychologischen Betreuung der Feuerwehrmitglieder, der Opfer und der Bev√∂lkerung”, sagt Roland Voggenberger, Amtsleiter der Gemeinde. Im Gasthaus der Mutter sind bereits alle Brandspuren beseitigt. Lehrer, Gemeindevertreter und Unternehmer z√§hlen nach wie vor zu ihrem Publikum. “Sie ist sehr herzlich mit ihren G√§sten und macht ihre Sache sehr gut. Man soll die Frau jetzt arbeiten lassen”, sagt Heindl. Die sch√∂ne Fassade des Mitgef√ľhls hat aber schon einige Spr√ľnge erhalten. “Der Brandstifter kann sicher nicht nach St. Georgen zur√ľckkehren”, ist Voggenberger √ľberzeugt. Aber auch die Mutter des mutma√ülichen T√§ters wurde in den Krisengespr√§chen teilweise massiv angefeindet.

Der mutma√üliche Brandstifter befindet sich seit knapp f√ľnf Wochen in Linz in Untersuchungshaft. Der Verlust der Freiheit hat erste Spuren hinterlassen: “Es geht ihm nicht gut”, wissen Bekannte des Burschen. Verteidiger Kurt LICHTL: “Er hat mir gesagt, da√ü ihm alles schrecklich leid tut und da√ü er dies nie wieder tun werde.” Gegen die Verl√§ngerung der U-Haft nach der Haftpr√ľfung hat LICHTL keine Beschwerde eingebracht. In einigen Wochen wird neuerlich entschieden, ob der 17j√§hrige bis zum Proze√ü frei kommt.

VON sonja frank und GERHARD LUKESCH
Presse 19. 2. 2000

zum Seitenanfang


Michael, das gebrannte Kind

Der mutma√üliche “Feuerteufel” sitzt erneut im Linzer Landesgericht ein. Jetzt soll er einer jugendlichen Einbrecherbande angeh√∂rt haben.

Seine Freiheit dauerte nur 16 Wochen. In den mittagsstunden des 26. Juni bekam der 17-j√§hrige Michael erneut Besuch von der Exekutive. “Gegen dich liegt ein Haftbefehl vor”, teilten ihm die zwei Uniformierten lapidar mit. Der Elektrikerlehrling, der sich an jenem Monatag im Krankenstand befand, durfte im Jugendheim Wegscheid noch schnell seinen braunen Koffer packen. Dann brachte ihn das Polizeiauto direkt ins Linzer Landesgericht, …

Kindergarten-Coup. Diesmal sitzt Michael, der als der mutma√üliche “Feuerteufel” von St. Georgen an der Gusen nicht weniger als zw√∂lf Br√§nde gelegt und dabei einen Schaden von mehr als 20 Millionen Schilling angerichtet haben soll, aber nicht wegen seiner m√∂glichen Z√ľndelei ein. Mit sechs Kumpanen aus dem sozialp√§dagogischen Jugendwohnheim soll er eine Bande gebildet haben, die sich auf Einbr√ľche spezialisiert hat. Die Gesamtbeute der mutma√ülichen Teenie-Panzerknacker: 110.000 Schilling.

Die pubert√§re Clearsil-Gang flog auf, als die zwei 18-j√§hrigen Anf√ľhrer bei einem Coup in einem Pichlinger Kindergarten … in flagranti erwischt wurden. …Beim polizeilichen Verh√∂r gab Michael unter Tr√§nen zu Protokoll, dass das F√ľhrungsduo einen immens starken Druck auf ihn ausge√ľbt habe: “Sie haben gemeint: “Wenn du nicht mitmachst, setzt es etwas”".

Einzig und allein aus diesem Grund habe er sich breitschlagen lassen, bei einem Raubzug auf die zum Heim geh√∂rende B√§ckerei Schmiere zu stehen. Sein “Lohn”: ein Drittel der aus der Kassa entwendeten 8.000 Schilling

… Dass sich Michaels jetzige Taten auf seinen noch offenen Brandstifter-Prozess auswirken d√ľrften, ist auch seinem Linzer Anwalt Kurt Lichtl bewu√üt: “Diese weiteren Vorw√ľrfe werden in einem Verfahren mit den Brandlegungen abgehandelt. Offenbar hat der Kontakt zu diesen belasteten Jugendlichen zu Michaels unbesonnenem Mitwirken gef√ľhrt, das ich nicht entschuldigen will”. Der Gerichtstermin steht noch aus …

Wolfgang Ainetter
News 27/2000

zum Seitenanfang


Z√ľndler wieder in U-Haft
Bursche aus St. Georgen bei Einbr√ľchen dabei

Linz. Der Brandstifter von St. Georgen befindet sich wieder in Untersuchungshaft, nachdem er bei einem Einbruch von zwei Kumpanen des Jugendheims, in dem der 17-j√§hrige Bursche untergebracht ist, Schmiere gestanden und von der Beute 1440 S Schweigegeld kassiert hatte. Zudem ist er der Hehlerei verd√§chtig: Der Jugendliche soll von einem weiteren Coup gewusst haben und dennoch das Geld aus dem Einbruch gemeinsam mit seinen Mitbewohnern verjuxt haben. Sein Verteidiger, der Linzer Rechtsanwalt Kurt Lichtl, ist √ľber das Verhalten seines Mandanten ver√§rgert: “Dieser Leichtsinn √ľbersteigt meine Vorstellungskraft”. F√ľr den Burschen w√§re wahrscheinlich ein anderer Platz besser gewesen, an dem er nicht mit problematischen Jugendlichen und Bandentum konfrontiert sei, betont Lichtl.

Der Feuerwehrmann hatte Ende 1999/Anfang 2000 monatelang das untere M√ľhlviertel in Angst versetzt, er wird 13 Brandstiftungen verd√§chtigt…Ein Gutachten bescheinigt dem Lehrling keine pyromanische Veranlagung, verschiedene Ursachen in seiner Pers√∂nlichkeit h√§tten zur Serientat gef√ľhrt. Durch die Entdeckung sei der Antrieb zu den Taten weggefallen.

Salzburger Nachrichten 4. Juli 2000

zum Seitenanfang


Die Freiheit des Brandstifters

Der “Feuerteufel von St. Georgen” durfte aus der U-Haft in ein Heim, das dem 16-J√§hrigen nun sogar die Strafhaft ersparen k√∂nnte.

Michael B. ist nicht mehr cool. Die vergangenen sieben Wochen in der Untersuchungshaft haben den 16-j√§hrigen mutma√ülichen Brandstifter, der unmittelbar nach der Verhaftung noch launig Nachrichten … via Handy verschickt hatte, ernst gemacht. “Er hat in der kurzen Zeit sehr viel gelernt”, sagt sein Anwalt Kurt Lichtl.

Vergangene Woche etwa hat er gelernt, dass man trotz 12 Brandstiftungen, √∂ffentlichem Druck und einem Gesamtschaden von 20 Millionen Schilling bis zum Prozess in die Freiheit entlassen werden kann. “Danke”, sagte der 16-J√§hrige leise zu seinem Anwalt, als sich das Gef√§ngnistor √∂ffnete. …

Der Anwalt Kurt Lichtl konnte das Gericht √ľberzeugen, dass kein Haftgrund mehr vorliegt. “Ich bin positiv ber√ľhrt, dass sich das Gericht nicht vom √∂ffentlichen Druck beeinflussen lie√ü.”.

News 10/2000

zum Seitenanfang


“Keine Gefahr, dass er wieder z√ľndelt!”

Einem psychologischen Gutachten verdankt es “Feuerteufel” Michael B. (16) aus St. Georgen/Gusen, dass er enthaftet wurde: Es best√ľnde keine Wiederholungsgefahr. Wie die “Krone” exklusiv berichtete, durfte der Jugendliche das Gef√§ngnis nun verlassen und in ein Jugendheim √ľbersiedeln, wo er weiterhin psychologisch betreut wird.

“Bei Jugendlichen ist es √ľblich, gelindere Mittel anzuwenden, weil das Gef√§ngnis ja nicht gut f√ľr ihre Entwicklung ist”, meinte Hofrat Dr. Peter Oettl, Vizepr√§sident des Linzer Landesgerichts, nach der Enthaftung des “Z√ľndlers von St. Georgen”.

Deshalb hatte das Oberlandesgericht in einer Haftpr√ľfungsverhandlung auch die Enthaftung des Verd√§chtigen Michael B. beschlossen, nachdem ein Psychologe in seinem Gutachten festhielt, dass keine Wiederholungsgefahr best√ľnde und der Jugendliche nicht mehr z√ľndeln w√ľrde. Als Auflage f√ľr die Enthaftung nach sechseinhalb Wochen U-Haft wurde allerdings die Unterbringung in einem Jugendf√ľrsorgeheim (au√üerhalb von St. Georgen, weil das f√ľr alle besser ist”) und die weitere psychologische Betreuung des Verd√§chtigen verf√ľgt.

Nun wartet Michael B., f√ľr den nach dem Mediengesetz die Unschuldsvermutung gilt, im Landesjugendheim Wegscheid auf seinen Prozess: Er muss sich f√ľr 13 Brandlegungen mit etwa zwanzig Millionen Schilling Schaden verantworten.

(von Johann Haginger)
Kronenzeitung 5. 3. 2000

zum Seitenanfang


Serien-Z√ľndler bleibt in U-Haft

ST. GEORGEN/Gusen. Der mutma√üliche 13-fache Serienbrandstifter von St. Georgen an der Gusen, Michael B. (16), bleibt auch sechs Wochen nach seiner Ausforschung hinter Gittern. Das Landesgericht Linz hat der Entlassung des Jungfeuerwehrmanns aus der U-Haft vorerst nicht zugestimmt. Obwohl ein psychiatrisches Gutachten B. bescheinige, dass keine Wiederholungsgefahr bestehe, bleibt f√ľr das Gericht ein Haftgrund aufrecht. Der Anwalt des 16-J√§hrigen, Kurt Lichtl, hat gegen den Entscheid Beschwerde eingelegt. Er tritt deshalb auch f√ľr die Enthaftung ein, weil der geforderte psychologische Betreuungsplatz au√üerhalb von St. Georgen bereits gefunden sei.

O√ĖN 24. 2. 2000

zum Seitenanfang


Serienz√ľndler bleibt vorerst hinter Gittern

ST. GEORGEN/Gusen. Der mutmaßliche Serienbrandstifter von St. Georgen an der Gusen, Michael B. (16), darf das Gefängnis vorerst nicht verlassen. Das wurde gestern bei einer Haftverhandlung entschieden.

Zwei Wochen ist es her, dass der Jungfeuerwehrmann als der mutma√üliche Z√ľndler ausge-forscht werden konnte. Der verd√§chtige Michael B. gab alle 13 Brandlegungen zu und ist seither in U-Haft. Da bei der gestrigen Haftpr√ľfungsverhandlung beschlossen wurde, den 16-J√§hrigen weiter hinter Gitter zu behalten, kam das Gericht offenbar zu der Ansicht, dass der Haftgrund der Tatbegehungsgefahr weiterbesteht. Dem kann sich der Anwalt des 16-J√§hrigen, Kurt Lichtl, nicht ganz anschlie√üen: “Ein Psychologe hat sich mit meinem Mandanten noch nicht ausreichend lange befasst, um sagen zu k√∂nnen, dass die Gefahr einer Wiederholung der Taten eindeutig gegeben sei.” Lichtl √ľberlegt, Beschwerde beim Oberlandesgericht einzulegen.(ro)

O√ĖN 25.1.2000

zum Seitenanfang


Z√ľndler “genie√üt” das Gef√§ngnisleben zun√§chst noch

ST. GEORGEN/G. Den mutmaßlichen Brandleger von St. Geor-gen scheint das Leben hinter Gittern vorerst noch zu faszinieren: Michael B. (16) treibt mit seinen jugendlichen Mithäftlingen gern Sport, ist viel im Freien und mache einen zufriedenen Eindruck.

“Es scheint ihm bei uns zu gefallen, er ist ganz ruhig und sportelt viel im Hof, im Fitness- oder auch im Tischtennisraum, sofern er nicht mit Befragungen durch die U-Richterin besch√§ftigt ist”, sagt der Leiter der Linzer Justizanstalt, Oberst Erich Hirsch, “es ist f√ľr ihn eben alles neu hier.” Michael B. teilt sich seit Mittwochabend in der kleinen Jugendabteilung des Gefangenenhauses mit zwei Jugendlichen eine Zelle mit Fernsehapparat. In Summe sind derzeit nur f√ľnf Unter-19-J√§hrige inhaftiert.

“Er ist guter Dinge und erweckt nicht den Eindruck, dass er sich das Leben nehmen m√∂chte”, so Gerichtssprecher Peter Oettl, “deswegen wurden ihm, was ich wei√ü, auch nicht Hoseng√ľrtel oder Schuhb√§nder abgenommen. Au√üerdem k√ľmmern sich eigene Sozialarbeiter und besonders geschulte Psychologen um ihn.”

Anwalt Kurt Lichtl zeichnet nach seinem gestrigen Besuch bei seinem Mandanten im Gef√§ngnis ein etwas anderes Bild von Michael B. (16): “Es wird f√ľr ihn jetzt immer schwieriger. Je l√§nger der Tatzeitraum und die Zeit, in der er Hauptperson war, zur√ľckliegt, desto mehr fangen bei ihm die Gedanken zu kreisen an. Er kommt immer mehr auf den Tiefpunkt.”

Die Motivlage f√ľr die Serienz√ľndelei wird mittlerweile immer undurchsichtiger: Wie Lichtl sagte, habe es nie konkrete √úberlegungen von Michaels Mutter gegeben, das Wirtshaus in St. Georgen zu verkaufen und nach Amerika auszuwandern. Wie dieses Ger√ľcht aufgekommen sei, k√∂nne er sich nicht erkl√§ren. Im Ort wei√ü man allerdings, dass Michaels Mutter in letzter Zeit mehr bei ihrem Salzburger Freund war, als das ihrem Sohn lieb war.

Ob B. nach der Haftpr√ľfungsverhandlung in sp√§testens zehn Tagen wieder ein freier Mann ist, h√§ngt stark von dem Gutachten ab, das ein Psycholge in den n√§chsten Tagen erstellen soll. Der Sachverst√§ndige soll kl√§ren, ob B. Gefahr l√§uft, in Freiheit r√ľckf√§llig zu werden.

VON MARTIN ROHRHOFER
O√ĖN Hauptausgabe vom 15.01.2000 – Seite 023

zum Seitenanfang


Gnade vor Recht: Versicherungen “schenken” Z√ľndler die 20 Millionen S

ST. GEORGEN/G. Die Mitleidswelle, die √ľber den mutma√ülichen Brandstifter von St. Georgen hereinschwappt, erfasst nun auch die Versicherer: Sie zeigen sich gn√§dig und erlassen dem Z√ľndler einen Gro√üteil der 20 Millionen Schilling Regressforderungen.

F√ľr die Kriminalisten ist das pl√∂tzliche Umschlagen der Stimmung im Ort von anf√§nglichen Lynch-Gel√ľsten zu grenzenlosem Mitgef√ľhl unverst√§ndlich. Unverst√§ndlich – gerade f√ľr die betroffenen Brandopfer – mutet auch an, was die Ober√∂sterreichische Versicherung verlauten lie√ü: “Wir werden uns mit einer Regress-Summe in der H√∂he von 100.000 bis 300.000 S zufrieden geben”, sagt Generaldirektor Wolfgang Weidl.

“Das ist ein sehr gro√ües Entgegenkommen. Ich bewundere Direktor Weidl und wei√ü nicht, ob das mit den Aktion√§ren abgesprochen ist”, so Gregor Kozak, Pressesprecher des Versicherungsverbands in Wien, “vielleicht ist es auch eine Imagefrage f√ľr die Versicherung. Wenn sie bei der Sympathiewelle mit aller H√§rte durchgreifen w√ľrde, h√§tte sie in der Region wom√∂glich einen schweren Stand. Und die Ober√∂sterreichische kann die Millionen quasi als Werbekosten ansehen.”

Weidl sieht dies allerdings ganz pragmatisch vom kaufm√§nnischen Standpunkt aus: “Allein unsere Versicherung w√ľrde neun Millionen S bekommen. Der Lehrling k√∂nnte aber nicht einmal die 450.000 Schilling Zinsen aufbringen. Weil wir wissen, dass das Geld sowieso uneinbringbar ist, bleibt uns eigentlich gar nicht anderes √ľbrig, als darauf zu verzichten. Klar ist, dass es ohne Bu√üe zu leisten nicht gehen wird. Er muss seine Taten finanziell sp√ľren und wird auch einige Jahre den Wiedergutmachungswillen beweisen m√ľssen, bevor wir ihm einen Vergleich anbieten.” Aber man wolle ihm ja nicht sein ganzes Leben verpfuschen oder ihn in den Selbstmord, ins Ausland oder in den Untergrund treiben, so der Ober√∂sterreichische-Chef: “Mir ist klar, dass ich mich mit der Aktion nicht √ľberall so sehr beliebt mache. Aber ich wei√ü auch, dass andere Versicherungen genauso denken und vorgehen.” Deshalb werde man sich mit der Allianz-Versicherung und der Generali, die zusammen die √ľbrigen elf Million Schilling Regressanspr√ľche geltend machen k√∂nnen, an einen Tisch setzen und verhandeln, so Weidl.

Theoretisch k√∂nnte der mutma√üliche Z√ľndler Michael B. (16), der in der U-Haft gegen√ľber seinem Anwalt Kurt Lichtl erstmals Reuegef√ľhle gezeigt haben soll, bis zu seinem Lebensende aufs Existenzminimum gepf√§ndet werden. Immerhin die mehr als vier Millionen S Fahndungskosten bleiben B. auf jeden Fall erspart. “Nur bei Vort√§uschung einer strafbaren Handlung sind Regressforderungen an den T√§ter vorgesehen”, erl√§utert der Chef der Kriminalabteilung, Werner Buchegger.

VON MARTIN ROHRHOFER
O√ĖN 14. 1. 2000

zum Seitenanfang


DER VERD√ĄCHTIGE ZEIGT REUE

Reue zeigt jetzt der mutma√üliche Brandleger von St. Georgen an der Gusen. Es tue ihm Leid, was er den Opfern der Brandstiftungen und auch seiner Familie angetan hat, er habe erkannt, dass sie alle arg in Mitleidenschaft gezogen wurden, sagte der 16-J√§hrige zu seinem Anwalt Kurt Lichtl. Dieser erkl√§rte, dem Jugendlichen gehe es den Umst√§nden entsprechend gut. “Wo der Rummel vorbei ist, beginnt er seine Situation zu realisieren.” Die Motivsuche dauert immer noch an.

KLEINE online 14. 1. 2000

zum Seitenanfang


Lehrling gestand Brandstiftungen

13 Anschl√§ge in Serie, weil Mutter nach Amerika auswandern wollte / Mutma√ülicher T√§ter ist erst 16 Jahre alt und Mitglied der Feuerwehr Ullrich Kapl, J√ľrgen Pachner Kollektives Aufatmen in Sankt Georgen an der Gusen, O√Ė. Wenige Stunden nach dem 13. Brand legte der mutma√üliche Z√ľndler – ein 16-j√§hriger Lehrling, Feuerwehrmann und Einzelkind – umfassende Gest√§ndnisse ab. “Ich hab’ es nicht verkraftet, dass meine Mutter nach Amerika auswandern will”, nannte der junge Mann, der ohne Vater aufgewachsen ist, als Motiv. Fast scheint es, als h√§tte es der 16-J√§hrige in der Nacht zum Dienstag darauf angelegt, gefasst zu werden. “Trotz massiver Pr√§senz der Gendarmerie legte er Feuer im eigenen Gasthaus, rief die Feuerwehr und lief in Uniform zum Depot, um am L√∂scheinsatz teilzunehmen”, erz√§hlt Chefkriminalist Werner Buchegger. “Vielleicht kennt man ihn” Nach eigenen Angaben hatte er zuvor eine Fernseh-Reportage angeschaut – jene ORF-Sendung, in der er selber einen Auftritt hatte. Der Jugendliche wurde damals gefragt: “Feuerteufel – geistert bei Ihnen im Kopf herum, wer es sein k√∂nnte?” Antwort: “Naja, es ist schon auch die Ungewissheit. Vielleicht kennt man ihn, oder vielleicht kennt man ihn nicht. Aber, wenn ich mir denke, ich kenn’ ihn – also, einfach, die erwischen einen, und vielleicht ist es auch nur ein guter Bekannter. Aber es ist auch die Ungewissheit.” Dass der Lehrling die Br√§nde gelegt haben k√∂nnte, war seit Wochen Gespr√§chsthema im Ort. Beim dritten Brand war er z. B. als erster in voller Montur zur Stelle. Doch die Ermittler konnten dem Lehrling nichts nachweisen. Beim Anschlag im Elternhaus tappte er aber in die Falle: Weil es bei dem Glimmbrand in der Gaststube keine Einbruchsspuren gab, stand rasch fest, dass ein Bewohner des Hauses gez√ľndelt haben musste. Zun√§chst verwickelte sich der 16-J√§hrige in Widerspr√ľche, dann begann er zu plaudern. Buchegger: “Bei den Gest√§ndnissen wirkte er erleichtert, gefasst und ruhig.” Daf√ľr erlitt seine Mutter, die ihn mit 15 Jahren zur Welt gebracht hatte, einen Nervenzusammenbruch. Unmittelbar nach dem Feuer in ihrem Haus hatte sie noch die Hoffnung ausgedr√ľckt, dass es sich beim T√§ter “um keinen aus der Familie handelt”. Die vermutliche “Brandstifter-Karriere” des Burschen d√ľrfte schon im Februar 1999 begonnen haben – kurz nach seinem Beitritt zur Feuerwehr. Damals ging ein Heustadl in Flammen auf, und der 16-J√§hrige war beim L√∂schen mit Eifer dabei. Auch bei den anderen Br√§nden, die er gelegt haben soll, war der Verd√§chtige im Einsatz. “Zu einigen Tatorten fuhr er mit dem Mofa, bei den letzten Anschl√§gen im Ort war er zu Fu√ü unterwegs”, sagt Buchegger. F√ľr die Ermittler steht fest, dass der 16-J√§hrige ein Fall f√ľr den Psychiater ist. “Es d√ľrfte sich um einen Hilfeschrei, gepaart mit manischem Zwang, handeln.” Ins gleiche Horn sto√üen Anwalt Kurt Lichtl, der den Lehrling verteidigen wird, und viele Bewohner des Ortes. B√ľrgermeister Rudolf Honeder: “Mein Mitgef√ľhl gilt der Mutter. Ihr Sohn ist krank, die Familie braucht jetzt Unterst√ľtzung.” Innenminister Schl√∂gl nannte am Dienstag die Kosten f√ľr die √úberwachung im Ort: Rund vier Millionen Schilling.

Kurier 12. 1. 2000

zum Seitenanfang


Gegen volle Namensnennung und Bilder

Politiker aller Parteien kritisieren in der heutigen Ausgabe des “Standard” die Berichterstattung der “Kronen Zeitung” √ľber den mutma√ülichen, jugendlichen Brandstifter von St.Georgen. Mit der vollen Namensnennung und Bildern des Verd√§chtigen sei gegen bestehende Gesetze versto√üen worden, lautet der Tenor.

VP-Au√üenminister und Vizekanzler Wolfgang Sch√ľssel erkl√§rte: “Ein Jugendlicher als mutma√ülicher Straft√§ter ist selbst in dieser h√∂chst problematischen Situation gegen√ľber der geballten Wucht medialer Aufmerksamkeit schutzbed√ľrftig. F√ľr den Jungen muss ein Leben danach m√∂glich sein!” F√ľr Innenminister Karl Schl√∂gl (S) ist diese Berichterstattung “auf keinen Fall eine richtige und korrekte Vorgangsweise”. FP√Ė-Obmann J√∂rg Haider meinte, die klaren Richtlinien des Medienrechts bez√ľglich der Behandlung von nicht rechtskr√§ftig verurteilten Tatverd√§chtigen seien in dem Fall “sicher verletzt” worden.

Der Gr√ľne Bundessprecher Alexander Van der Bellen, ist “prinzipiell gegen die Ver√∂ffentlichung von Fotos minderj√§hriger Straft√§ter, egal ob kenntlich oder unkenntlich gemacht. Solche Abdrucke haben nichts mit Pressefreiheit oder Ver√∂ffentlichungspflicht zu tun. Jugendlichen wird dadurch die Chance der Resozialisierung genommen.” LIF-Bundessprecherin Heide Schmidt h√§lt die Berichterstattung “f√ľr skandal√∂s, zutiefst unanst√§ndig und f√ľr eine anma√üende Hinwegsetzung √ľber den Rechtsstaat.”

Kurt Lichtl, der Anwalt des verd√§chtigen Lehrlings, zeigte sich von der Diskussion um den Pers√∂nlichkeitsschutz positiv √ľberrascht. “Ich habe von anderen Presse-Vertretern √ľberwiegend negative Kommentare zum Verhalten der ‘Krone’ geh√∂rt. Es scheint tats√§chlich auch den Berufskollegen zu viel geworden zu sein.”

ORF 15. 1. 2000 (www.orf.at)

zum Seitenanfang


Brandserie: Anwalt klagt

LINZ (apa). Kurt LICHTL, Anwalt des mutma√ülichen Brandstifters von St. Georgen, wird jetzt medienrechtlich gegen jene Zeitungen vorgehen, die das Photo seines Mandanten so ver√∂ffentlicht haben, da√ü der 16j√§hrige erkennbar war, und die auch dessen vollen Namen ausgeschrieben haben. Dies betreffe vor allem die “Kronen Zeitung”, sagte LICHTL. Aber auch gegen “News” werde er medienrechtliche Schritte unternehmen. In St. Georgen an der Gusen konnte am 11. J√§nner ein 16j√§hriger Lehrling ausgeforscht werden, der 13 Brandlegungen gestand.

Presse 19. 1. 2000

zum Seitenanfang


“Was f√ľr ein dummer Bub”: Der Feuerteufel der Feuerwehr

Die Serie der Brandstiftungen, die die oberösterreichische Ortschaft St. Georgen an der Gusen seit Wochen in Angst und Schrecken versetzt, ist zu Ende. Ein 16jähriger Lehrling, der psychische Probleme hatte, gestand die Brandlegungen. Er ist selbst ein eifriger Feuerwehrmann.

Was f√ľr ein dummer Bub, wie kann einem nur so etwas einfallen.” Die Reaktionen der St. Georgener Bev√∂lkerung schwanken zwischen der Erleichterung, da√ü endlich alles vorbei ist, und dem Unverst√§ndnis, wie ein 16j√§hriger zu einem Z√ľndler werden kann. Nach mehr als zwei Monaten, in denen die Brandserie die knapp 4000 Einwohner z√§hlende Gemeinde St. Georgen an der Gusen (Bezirk Perk, O√Ė) in Atem gehalten hat, ist der Spuk vorbei. Der 16j√§hrige Elektriker-Lehrling Michael B. hat Dienstag vormittag gestanden, die Br√§nde selbst gelegt und damit den Ort in Angst und Schrecken versetzt zu haben. Einer der spektakul√§rsten Kriminalf√§lle der letzten Jahre gilt damit als gekl√§rt. Aber der T√§ter, den die Kriminalisten am Dienstag pr√§sentierten, entspricht so gar nicht dem Bild des ausgefuchsten Brandstifters, der wochenlang die Exekutive genarrt hat: Ein unauff√§lliger, netter 16j√§hriger, der Sohn einer allseits beliebten und r√ľhrigen Wirtin, einer, der selbst auch Mitglied der Feuerwehr ist.

Der Feuerteufel von St. Georgen, den die Kriminalisten als “extrem intelligent” beschrieben haben, fiel seiner Sucht zu z√ľndeln zum Opfer. Ungeachtet dessen, da√ü die Ortschaft seit fast einer Woche von rund 150 Exekutiv-Beamten beinahe hermetisch abgeriegelt war und nachts so gut wie alle Vorg√§nge registriert und √ľberpr√ľft wurden, war Michael B. in der Nacht zum Dienstag nicht imstande, sich zu beherrschen. Angesichts der intensiven √úberwachung im Ort sah er offenbar nur noch den Ausweg, einen Raum des familieneigenen Gasthauses – das am Montag geschlossen hatte – anzuz√ľnden. Dann alarmierte er selbst die Feuerwehr und fuhr mit seinem Mofa in Uniform zum Feuerwehr-Depot, um zu helfen . . .

Keine Einbruchsspuren

Den Ermittlern machte er es damit leicht: “Nachdem keine Einbruchsspuren vorhanden waren, war klar, da√ü der T√§ter unter den Bewohnern des Hauses ist”, sagte Alois Li√ül, Chef der ober√∂sterreichischen Kriminalpolizei, zur “Presse”, Nach stundenlangen Verh√∂ren und l√§ngerem Leugnen gestand der 16j√§hrige schlie√ülich alle 13 Brandstiftungen. Li√ül: “Beim Gest√§ndnis war der Bursch √§u√üerst ruhig. Es war, als w√§re eine Last von ihm gefallen.”

Michael B. war bereits einmal, n√§mlich im November vorigen Jahres, der Brandstiftung verd√§chtigt worden. Er sei damals √ľberpr√ľft worden, sagt Li√ül, konkrete Hinweise h√§tten sich dabei allerdings nicht ergeben. Michael B. gab damals √ľbrigens Interviews, in denen er sich √ľber den Brandstifter emp√∂rte. Seine Mutter sagte vor kurzem noch im Fernsehen, diese Taten k√∂nne nur ein kranker Mensch begangen haben. An ihren Sohn dachte sie dabei wohl nicht. Ein m√∂gliches Motiv des jungen Mannes, der bei seiner alleinerziehenden Mutter aufgewachsen ist, k√∂nnten schwere psychische Belastungen gewesen sein. Seine Mutter hatte davon gesprochen, das Gasthaus zu verkaufen und mit ihrem Lebensgef√§hrten nach Amerika auszuwandern. Mit diesem Gedanken wurde der 16j√§hrige offenbar nicht fertig. Professor Max Friedrich, der Wiener Kinder-Psychiater, ordnet den 16j√§hrigen jener Kategorie an jugendlichen Brandstiftern zu, die an Minderwertigkeitsgef√ľhlen leiden. “Solche Menschen haben ein √ľbertriebenes Geltungsstreben; mit dem Feuer kann er sein Bed√ľrfnis nach Macht befriedigen.” Bei Z√ľndlern handelt es sich √ľbrigens fast ausnahmslos um M√§nner: “Da geht’s in erster Linie um Machtstreben.”

Mit Kopfsch√ľtteln quittiert man in St. Georgen – und nicht nur dort – den Umstand, da√ü Michael B. selbst bei der Feuerwehr war. Der oberste Wiener Feuerwehrmann, Branddirektor Friedrich Perner, ist ersch√ľttert: “Es ist zwar nur ein schwarzes Schaf unter 300.000 Mitgliedern von Freiwilligen Feuerwehren – aber genau um eines zuviel.” Perner kann sich allerdings schon erkl√§ren, da√ü ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr zum Z√ľndler wird. Erstens k√∂nne man bei einer Freiwilligen Feuerwehr nicht so aussieben wie bei der Berufsfeuerwehr, wo auch psychologische Test gemacht werden. Und zweitens sei – im Vergleich zu den Berufsl√∂schern, die tagt√§glich Hunderte Eins√§tze haben – bei den Freiwilligen zuwenig los: “Da gehen junge Leute mit einer gewissen Erwartungshaltung hin – und dann passiert nur selten was.”

Begonnen hatte die Brandserie Ende Oktober, da ging der erste Holzhaufen in Flammen auf. Es folgten Br√§nde in den Wirtschaftsgeb√§uden von Bauernh√§usern in der n√§heren Umgebung des Ortes. Dann wagte sich der Brandstifter immer mehr an das Ortszentrum heran, z√ľndete Nebengeb√§ude an und gef√§hrdete dabei erstmals das Leben der Menschen, die in den angrenzenden Wohnungen schliefen.

Endlich ruhig schlafen

Bei jedem Feuerwehreinsatz war Michael B. dabei, er war mit seinem Mofa immer schnell bei der Feuerwehrzentrale und half beim L√∂schen emsig mit. Der St. Georgener Feuerwehrkommandant Erhard Wansch sch√ľttelt den Kopf: “Ich kenne ihn seit seinem zw√∂lften Lebensjahr. Er ist nie negativ aufgefallen, er war immer hilfsbereit und zuvorkommend.”

F√ľr die Exekutive ist der Erfolg gerade noch rechtzeitig gekommen. Denn nach der anf√§nglichen Billigung der massiven Pr√§senz der Exekutive durch die Bewohner des Ortes – “endlich k√∂nnen wir ruhig schlafen” – h√∂rte man schon einige kritische Stimmen, die von einem “Polizeistaat” sprachen, in dem man sich keinen Meter mehr unkontrolliert bewegen k√∂nne. Au√üerdem begann sich auch schon Kritik an den hohen Kosten der √úberwachung zu regen – immerhin rund 800.000 Schilling pro Tag. Zur Pr√§sentation des Erfolges kam der neue Generaldirektor f√ľr die √Ėffentliche Sicherheit, Erik Buxbaum, extra aus Wien angereist . . . In St. Georgen, wo das Ortsbild am Dienstag noch von Kriminalisten und Journalisten gepr√§gt wurde, beginnt jetzt die Zeit der Aufarbeitung der dramatischen Ereignisse der letzten Wochen. B√ľrgermeister Rudolf Honeder appelliert an die Mitb√ľrger, nicht vorschnell zu verurteilen. “Es mu√ü unser aller Anliegen sein, in erster Linie Verst√§ndnis f√ľr den krankhaften Trieb des Burschen und nicht Gedanken an Vergeltung und Wiedergutmachung zu haben.” Vorerst wurde der 16j√§hrige nicht in das psychiatrische Krankenhaus, sondern in das Gefangenenhaus des Landesgerichtes Linz eingeliefert. Verteidiger Kurt LICHTL ist √ľberzeugt, da√ü sein junger Mandant mit einem Strafausma√ü von bis zu f√ľnf Jahren davonkommt.

VON GERHARD BITZAN UND GERHARD LUKESCH
Presse 12. 1. 2000

zum Seitenanfang